9. Challenge Roth
Der 9. Challenge Roth ist Geschichte - 3,8 km Swim / 180 km Bike / 42,195 km Run. Hier nun mein kleiner persönlicher Wettkampfbericht:
Das Rennen war hart. Die letzten Tage der Hitzewelle hatte ich im Hotel kaum geschlafen, so konnte ich nur auf Action und Endorphine während des Events hoffen. Die Voraussetzungen zum Start waren jedenfalls nicht ideal. Trotzdem lief es gut, denn zum Glück gingen die Temperaturen am Wettkampftag "nur" bis auf 26 Grad im Schatten - sofern man auf der Strecke Schatten hatte.
- Schwimmen. Mein Start war nach den Pro’s 6:00 Uhr, in der 9. Gruppe Punkt 7:00 Uhr. Ich fand schnell einen Rhythmus und konnte am Ende trotz meiner bisher "schlechtesten" Zeit für die 3,8km in Roth (1:16 Std., nach 1:15 bzw. 1:13) meine Erwartungen erfüllen. Hier machte sich etwas ein winterlicher Trainingsrückstand durch Schließung der Halle-Neustädter Schwimmhalle bemerkbar. Für den Wechsel auf die Radstrecke benötigte ich dann 2:43, was o.k. ist.
- Radfahren. Eigentlich wollte ich es ruhiger als im Vorjahr angehen. Da aber der Wind doch stärker blies als erwartet und ich in Gefahr lief meine Durchgangszeiten nicht annähernd zu erreichen, mußte ich - in der Hoffnung auf halbwegs gute Laufgrundlagen - eine Schippe nachlegen. Ziemlich ausgepumpt kam ich mit einer akzeptablen Zeit von 5:27 Std. (entspr. >33km/h über 180km) in die zweite Wechselzone.
Es wäre kein Sport, wenn nicht irgendwas schiefginge. Mein Beutel mit den Laufsachen, der bereits vom Bike Check-in am Vortag nach Roth transportiert wurde, er war nicht da! Viele freundliche Helfer umschwirrten mich zwar, doch etwas Panik machte sich bei allen schon breit. Keine Laufschuhe zu haben, es würde das Aus nach nunmehr knapp sieben Stunden Wettkampf bedeuten. Ich stand im Wechselzelt und hoffte noch auf ein Wunder. Nach einer gefühlten Ewigkeit hallte es aus der Ferne: "... der Beutel ist da!"
Sieben Minuten, statt knapp über zwei, dauerte dieser Wechsel. Mit klumpsteifen Beinen ging ich auf die Marathonstrecke, versuchte die ersten Kilometer im Schneckentempo meine Moral und einen Laufrhythmus zu finden. Ja, auch das ist Triathlon! - Laufen. Der Marathon verlief dann trotz der hohen Temperaturen gut. Daß ich den ganzen Tag noch fast keinerlei feste Nahrung zu mir genommen hatte, zahlte sich aus: kaum Magenprobleme. Nur die leider notwendige Menge an Gels während des Radfahrens forderte einen Tribut: ich konnte den ersten Halbmarathon überhaupt nichts mehr zu mir nehmen. Einzig ein Cola-Wasser-Gemisch hielt mich wach. Ca. nach neun Stunden Wettkampf, zum zweiten Halbmarathon, wurde es besser. Gels und auch etwas Salzgebäck gingen wieder und mit viel Aufwand klappte auch die Kühlung mit Schwämmen und Wasser. Am Ende konnte ich dann überraschend noch eine Bestzeit beim LD-Marathon verbuchen: 4:07 Std., nach 4:15 bzw. 4:13 in 2008 bzw. 2009.
Angespornt von Deinen Heldentaten in Roth habe ich mich am letzten Wochenende am Werbelinsee an der Halbdistanz probiert. Es war ein ganz toller Wettkampf. Idylisch gelegen in der "alten Pionierrepublik Wilhelm Pieck" hatten auch Nicole und Magdalena ein schönes Wochenende. Mit einer Gesamtzeit von 5:37 konnte ich Deine halbe Ironman-Zeit nicht toppen. Egal, jedenfalls hat es Spaß gemacht und nochmal, Deine Leistung in Roth ist wahnsinn.
Meine verbesserten Schwimmleistungen konnte ich im welligen türkisfarbenen! Wasser nicht umsetzen, da ich durch das geschaukel fast seekrank geworden bin. Radfahren war wie immer super und anschließend laufen auf der hügeligen Crosstrecke wie auf Eiern. Der Wettkampf hat uns von der Atmosphere so gut gefallen, dass wir wohl nächstes Jahr wieder dabei sind. Wäre das nicht auch was für Dich Matthias ?
Alles Gute für Deine Schwarzwaldtour
Gruß Stephan
Hallo miteinander!
Danke fürs mitfiebern und die Kommentare.
Es war nunmehr meine 3. Teilnahme in Roth (2008, 2009, 2010). Eine vierte wird es (nach einer geplanten Pause im nächsten Jahr) in 2012 geben – die Unterkunft ist jedenfalls schon reserviert.
Dass diese frühe Reservierung möglich ist, ist einer von vielen Aspekten der ganz besonderen Gastfreundschaft im Landkreis Roth und Umgebung – es ist "ihr" Triathlon und wir sind "ihre" Triathleten, ein einzigartiges Gefühl. Trägt z. B. jemand auf der Straße ein Finishershirt, wird er von nie zuvor gesehenen Einheimischen freundlich gegrüßt etc.
So oder so. Die Langdistanz im allgemeinen bzw. der Challenge in Roth im speziellen sind eine prima Möglichkeit einen echten "Reset" von Körper und Geist durchzuführen.
Nächstes Jahr findet Roth für mich nicht statt. Dafür sind aber bereits andere Pläne in arbeit. Jetzt lasse ich den Tag gestern erst einmal ordentlich nachwirken, denn auch das ist eine schöne Zeit.
(Ma.)